Beobachtende Fotografie


 

Ich habe schon immer gerne beobachtet… Meistens Menschen… Meine Großmama beim Kochen, wie sie den Deckel des Topfes anhebt, umrührt und den Deckel mit einem leichten Klimpern wieder niederlegt, das Backrohr öffnet, Wasser in die Sauce gibt, es wieder schließt, dabei das Geschirrtuch über die Schulter legt… Die spielenden Kinder im Park, wie sie einem Ball nachjagen, die Haare im Wind fliegen… Die Liebenden an der Bushaltestelle, die sich an den Händen nehmen, die Köpfe schützend gegen den kalten Wind einziehen und davongehen…
Es ist aber mir als Fotografin, die so gerne beobachtet, auch ohne den Auslöser der Kamera durchzudrücken, immer ein bisschen zu leicht erschienen, mich der beobachtenden Fotografie zuzuwenden… Ich wollte und will mit Menschen reden… auf sie eingehen, mich mit ihnen austauschen… Dies, wenn sie direkt vor meiner Kamera stehen… Und möglichst einen Bruchteil dieser kommunikativen Begegnung fotografisch festhalten…
Dennoch gibt es von mir auch beobachtende Fotografien… Eben, weil ich gerne beobachte, der Augenblick günstig und eine Kamera zur Hand war… Es sind nur verschwommene Skizzen für mögliche spätere Portraitarbeiten… Trotzdem…

 

Beobachtende Fotografie

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